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Musik, die gut tut: Wie Musik dein Wohlbefinden stärkt

Inhalt:


Ein Alltag ohne Musik ist fast nicht denkbar: Viele Menschen hören andauernd Musik. Oft passiert das nebenbei, während wir etwas anderes machen. Im Hintergrund läuft z.B. das Radio, während wir unseren Haushalt machen, arbeiten, Freunde treffen usw.


Warum Musik uns so bereichert

Stell dir einen Moment lang ein Leben ohne Musik vor. Die Melodien im Radio fehlen. Du kannst dein Lieblingslied nicht mehr auf dem Weg zur Arbeit hören. Musik ist nicht mehr da, um dir durch schwere Zeiten zu helfen oder gute Momente noch intensiver zu machen. Auch ein Film ohne Musik, würde viel von seiner Wirkung verlieren.

Ein Leben ohne Musik wäre möglich, aber emotional ärmer.


Musik wird konsumiert, ist aber viel mehr als reine Unterhaltung. Sie kann ein direkter Zugang zu unseren Emotionen und Erinnerungen sein und uns in der Selbstregulation unterstützen. Wer Musik immer nur nebenbei hört, verschenkt ein enormes Potenzial für sein psychisches und körperliches Wohlbefinden.


Mir ist das letztens wieder ganz bewusst geworden: Ich saß im Zug und habe mich darauf gefreut, mein Buch zu lesen. Und gleichzeitig hatte ich große Lust, mal wieder meine Lieblingsband zu hören.


Das Ergebnis? Ich musste ständig das Lesen unterbrechen, weil mich die Musik komplett in ihren Bann gezogen hat. Ich hatte sie schon lange nicht mehr wirklich bewusst gehört und war aufs Neue fasziniert davon, wie schön einzelne Klänge und Melodien sein können.


Genau solche Momente tun unglaublich gut. Sich bewusst Zeit für Musik zu nehmen, sie wirklich wahrzunehmen und sich darin zu verlieren, kann etwas unglaublich Wohltuendes haben und daran dürfen wir uns viel öfter erinnern.


Was Musik mit uns macht

Musik verbindet. Sie hat kulturübergreifend einen hohen Stellenwert und erreicht uns ganz unabhängig von unserem Alter, unser Herkunft oder Persönlichkeit.


Neurowissenschaftliche Studien zeigen, dass Musik, die uns gefällt, verschiedene Gehirnareale aktiviert. Darunter sind z.B. die, die mit unseren Emotionen und unserem Gedächtnis verknüpft sind.


Musik kann dementsprechend vielfältig auf uns wirken und z.B. aktivierend oder beruhigend sein. Sie kann verbinden oder trösten. Sie kann motivieren oder helfen, loszulassen.


Was auch immer wir uns gerade von Musik erhoffen: Sie kann uns also dabei helfen unsere Emotionen wahrzunehmen, auszuleben und zu verarbeiten. Entscheidend ist dafür nicht nur, was wir hören, sondern auch wie bewusst wir es tun.


Wie Musik auf uns wirkt

Musik hilft uns dabei zu entspannen. Du kennst das bestimmt auch: Besonders nach einem anstrengenden Tag wirkt Musik wie ein emotionaler Reset-Knopf und hilft uns dabei, abzuschalten und das Vergangene zu verarbeiten.


Emotionsregulation und Aktivierung von Erinnerungen

Ein Lied kann uns augenblicklich in eine andere Zeit zurückversetzen. Denn Musik ist eng mit unserem autobiografischem Gedächtnis verknüpft und kann dementsprechend viele Emotionen in uns wachrufen. Sie ermöglicht uns einen sicheren und niedrigschwelligen Zugang zu Emotionen, ohne dass wir sie kognitiv „zerdenken“ müssen.


Durch Musik ausgelöste Emotionen können uns tief berühren. Wir bekommen z.B. eine Gänsehaut oder uns steigen Tränen in die Augen.


So hilft Musik uns, Emotionen zu verarbeiten.


Einerseits hilft uns traurige Musik dabei empathischer zu sein und Schmerz zu verarbeiten. Ruhige Musik kann aber auch unser Stresssystem beeinflussen und so für mehr Entspannung sorgen.


Anderseits hat fröhliche Musik eine positive Wirkung auf unsere Stimmung. Wenn wir unsere Lieblingslieder hören, wird unter anderem Dopamin ausgeschüttet: Freude und Motivation entstehen.



Stärkung von Motivation und Fokus

Bestimmte Musik kann unsere Konzentration fördern und die Leistungsbereitschaft steigern. Viele Menschen nutzen Musik deshalb gezielt beim Sport oder bei kreativer Arbeit, um sich selbst anzufeuern und in das richtige Mindset zu finden.


Interessant ist auch, dass das Hören von klassischer Musik während des Lernens und Schlafens das Kurzzeitgedächtnis verbessern und somit das Lernen gezielt unterstützen kann.


Förderung von Verbundenheit

Die neuronalen Areale, die musikalische Reize verarbeiten, liegen sehr nahe an denen, die für die soziale Verarbeitung zuständig sind. Dies hilft, zu verstehen, warum Musik auch soziale Bedürfnisse erfüllen kann.


Du kennst das bestimmt aus eigener Erfahrung: Gemeinsames Musikhören oder Singen schafft Nähe. Konzerte, Festivals oder gemeinsames Musizieren erzeugen ein starkes Gemeinschaftsgefühl und natürlich auch unvergessliche, besondere Erlebnisse.


Gemeinsames Musizieren und Singen tun so gut, dass wir uns hinterher erholter fühlen, sich unsere Schmerztoleranz erhöht, wir motivierter und verbundener mit unseren Mitmenschen sind. Endorphine, Oxytocin und weitere Wohlfühl-Hormone werden dabei ausgeschüttet.


Wie wir Musik ganz bewusst als Ressource nutzen


Erstelle verschiedene Playlists


Denke Musik gerne auch mal als Funktion. Erstelle z.B. verschiedene Playlists ganz bewusst für verschiedene Zwecke.

  • Erstelle eine Playlist zur Entspannung: z. B. mit ruhiger, tragender Musik und Instrumentalmusik

  • Erstelle auch eine Playlist, die dich motiviert (schwungvolle Musik, die dich aktiviert und dir gute Laune macht)


Wichtig ist, dass du dabei bewusst vorgehst und dich an deinem Geschmack orientierst.

Frage dich: Wie möchte ich mich fühlen? Was brauche ich gerade? Nutze Musik dann gezielt, um deiner Stimmung Ausdruck zu verleihen oder sie zu beeinflussen.



10 Minuten bewusstes Musikhören

Deutlich einfacher, aber deshalb nicht weniger wirksam ist Folgendes: Nimm dir regelmäßig Zeit, Musik ganz bewusst, statt nur nebenbei, zu hören. 10 Minuten können schon einen großen Unterschied machen. So kann das achtsame Musikhören zu einer kurzen musikalischen Meditation werden.


  • Setze oder lege dich dazu bequem hin. Schließe deine Augen, wenn du magst oder trinke dazu ganz gemütlich und bewusst einen Tee oder Kaffee. Überlege, was du gerade sonst noch brauchst, um dich zu entspannen und mach einfach das, wonach dir der Sinn steht.

  • Konzentriere dich dann nur noch auf die Musik in all ihren Facetten: Auf die Instrumente, den Rhythmus, die Stimme, den Songtext.

  • Spüre in dich hinein: Was verändert sich dadurch?


Fazit

Musik ist immer verfügbar, doch ihr wahres Potenzial entfaltet sie erst, wenn wir sie bewusst einsetzen und zuhören. Sie kann beruhigen, motivieren, trösten, stärken und noch viel mehr.

Sie verbindet uns mit uns selbst und mit anderen.


Vielleicht ist die entscheidende Veränderung ganz einfach: Wir müssen nicht immer noch mehr Musik hören, sondern diese endlich wieder bewusst auf uns wirken lassen und genießen.


Denn manchmal reichen wenige Minuten mit dem richtigen Song, um den eigenen inneren Zustand wahrzunehmen oder spürbar zu verändern. Und genau darin liegt ihre Kraft: Musik macht Emotionen hörbar und Wohlbefinden greifbar.


Und, wann hörst du das nächste Mal bewusst Musik?


Quelle


Muriel T. Zaatar et al.(2024). The transformative power of music: Insights into neuroplasticity, health, and disease; Brain, Behavior, & Immunity - Health, Volume 35, https://doi.org/10.1016/j.bbih.2023.100716.

 
 
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